Malereiausstellung im IDHEAP

Vom 18. November bis am 22. Dezember 2004, hatte ich die Gelegenheit, meine Bilder im Institut de hautes études en administration publique (IDHEAP) in Chavannes-près-Renens neben Lausanne auszustellen. Es war die dritte öffentliche Präsentation meiner Arbeiten nach einer kollektiven Grafikausstellung von Studierenden der Ecole supérieure d’art visuel in Genf anfangs der achtziger Jahre und einer persönlichen Ausstellung im Gemeinde-Kulturzentrum von Windsor in Grossbritannien, gefolgt von einer langer Unterbrechung meines künstlerischen Schaffens.

Das IDHEAP kenn ich seit langer Zeit: ich besuchte zahlreiche durch den Master gekrönten Kurse dieser Institution und bin auch Mitglied des Absolventenverbands. Mit den Jahren habe ich mit vielen im Institut arbeitenden Personen eine Vertrauensbeziehung aufgebaut. Der Direktor, Professor Jean-Loup Châpelet, hat mir also vorgeschlagen, meine Arbeiten dort auszustellen als ich Ihn mein Dossier zustellte.

Die Ausstellung erforderte eine intensive Vorbereitung. Unter anderen verschickte ich 800 Einladungen zur Vernissage. Ich rahmte auch 13 Bilder ein und befestige 25 Teile eines Gesamtwerks auf einem Brett. Der Transport in einem gemieteten Lieferwagen war nur ein kleiner und unterhaltsamer Teil der Vorbereitungen. Seitens des IDHEAP unterstützte mich mit grossem Engagement Frau Myriam Scherer, Studiensekretärin.

Der Tag der Vernissage ist am 17. November gekommen. Ich war durch den warmen Empfang seitens der IDHEAP’ler, seien es meine früheren Professoren, ihre Assistenten oder andere Mitarbeitende, sehr berührt. Meinerseits war ich ganz glücklich Freunde und Bekannte zu empfangen, die mich durch ihre Anwesenheit geehrt haben.

Kleiner Skandal

Ein Bild hat für Aufsehen gesorgt: Hommage an Heiner Müller, ein relativ starkes Werk in Schwarz, Rot und Weis mit einer Reihe von Todesköpfen, Kalaschnikows sowie tragischen und komischen Masken. Die Bildlegende – ein Zitat des deutschen Dramaturgen Heiner Müller – krönt sozusagen das Ganze: „Die Revolution ist die Maske des Todes, der Tod ist die Maske der Revolution“. Bei der Konzeption dachte ich gar nicht an eine Provokation, sondern an die Geschichte von Ländern, die wie Polen, meine Heimat, durch die Revolution stark beeinflusst wurden. Das aus dem Theaterstück „der Vertrag“ stammende Zitat hatte mich Jahre lang beschäftigt bevor ich eine malerische Idee dazu finden konnte. Die Todesköpfe sind eine Anspielung an das Vanitas-Motiv, insbesondere in der barocken Malerei beliebt (das inzwischen banal gewordene Still-Leben ist eine Form der Vanitas. Die Kalaschnikow, eine emblematische Waffe, konnte in einer kritisch an die Revolution anspielenden Arbeit nicht fehlen. Die Masken erinnern an das Theater und an seine Geschichte (das Modell ist eine echte karthaginische Maske).

Das Bild löste aber eine sehr starke Ablehnungsreaktion aus. Ein Professor weigerte sich, in einem Raum mit diesem Bild zu unterrichten. Das Werk wurde also durch eine salomonische Entscheidung in eine weniger exponierte Stelle umgehängt. Schade nur, dass mir nichts davon gesagt wurde: total überrascht entdeckte ich das Geheimnis bei einem Besuch mit Freunden. Es lebe die Kommunikation!