Unheile Welt

Knallrote Schlachtkörper-Arabesken liegen über einer auf dem Belpberg neben Belp aufgenommenen idyllischen Kulturlandschaft. Der Farbkontrast unterstreicht die Diskrepanz zwischen den Darstellungsweisen – das störende, kritische Element. Meine Malarbeit führte mich paradoxerweise in den Schlachthof Bern. „Was für eine Idee?“, wird sich vielleicht jemand fragen.

Schlachtkörper sind eben seit langem ein Künstlerthema: Bilder wie „Der geschlachtete Ochse“ von Rembrandt (1655) oder der Schlachtkörper von Francis Bacon (1980) bezeugen dies (sehe diese Bilder).

Erstaunlicherweise ist der Schlachtkörper formal sehr interessant, wenn nicht einfach schön. Es ist ein mächtiger Gegenstand, mit kräftiger Struktur und feinen Farben, ganz raffinierten Rot- und Perlmutt-Töne. Bei einer Schlachthälfte wird das Skelett sichtbar, ein perfekter Bau, fein und stark zugleich.

Folge (Reportage aus dem Schlachthof).

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